Energie und Klima: Besprechungen

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Prof. Konrad Kleinknecht, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), im Physik-Journal der DPG Nr. 9/2013 (PDF)

Dagegen erlaubt sich Horst-Joachim Lüdecke aufgrund seiner physikalischen Kenntnisse eine unabhängige Beurteilung der Lage nach der Kehrtwende der Politik. Das Buch ist wissenschaftlich gehalten und kommt nicht ohne Zahlen, Diagramme und quantitative Vergleiche aus. Deshalb ist es anspruchsvolle Lektüre.


Zum Thema Klima hinterfragt der Autor die These von der monokausalen Wirkung des Kohlendioxids und die Prognosen der Klimamodellrechnungen. Er beschreibt diese hochkomplexen nichtlinearen Differentialgleichungssysteme, in denen positive und negative Rückkopplungen enthalten sind. Die Stärke der Rückkopplungen ist nicht genau bekannt, verschiedene Annahmen führen zu mehr als 40 verschiedenen Modellen. Keines davon hat vorausgesagt, dass die mittlere Oberflächentemperatur der Erde in den 15 Jahren von 1997 bis 2012 überhaupt nicht angestiegen ist. Gleichzeitig hat sich der CO2-Gehalt der Atmosphäre von 360 ppm auf 400 ppm erhöht. Der Autor bezweifelt, ob die Voraussage für die Erwärmung über 100 Jahre zuverlässiger ist. Ein Fehler der Modelle sei es, dass die kühlende Wirkung des Wasserdampfs durch Wolkenbildung nach Lindzen und Choi (MIT) vergessen wurde. 

 

Zur Energiepolitik fragt sich Lüdecke, was eine Verminderung des deutschen Beitrags zur weltweiten CO2-Emission von jetzt 2,5 Prozent auf 2,0 Prozent bewirken soll, wenn gleichzeitig in einem Jahr der Ausstoß der großen Industrieländer China, USA, Indien, Russland, Kanada, Brasilien um 6 Prozent zunimmt. Wie soll ein deutscher Sonderweg wirken, wenn dem Vorreiter kein anderes Land nachreitet?
 

Der Autor beschreibt dann Probleme der geplanten Umstellung auf alternative Energiequellen: ungenügende Kapazität der Pumpspeicherkraftwerke in den deutschen Mittelgebirgen, fehlende Hochspannungsleitungen von Nord nach Süd, ineffiziente „Wind-to-gas“-Option zur Speicherung.

 

Die größte Gefahr besteht für Lüdecke allerdings in der Strompreiserhöhung durch die teuren alternativen Energiequellen und die abnehmende Versorgungssicherheit durch fluktuierende Quellen. Im Gegensatz zu Kemfert sieht Lüdecke die Gefahr der EEG-Umlage für die energieintensive Grundstoffindustrie.

 

Wer sich ein quantitatives Bild der Energieprobleme machen will und bereit ist, Dogmen kritisch zu hinterfragen, wird das Buch von Lüdecke mit seinen 300 Quellenangaben lehrreich und spannend finden. Wer weiter an den Erfolg der gegenwärtigen Wendepolitik glaubt und nach einer Wahlkampfbroschüre für eine kleine Partei sucht, der kommt bei dem Band von Frau Kemfert auf seine Kosten.

Konrad Kleinknecht

Hans Labohm, niederländischer Ökonom, im De Dagelijkse Standaard, 13. August 2013

Dr. L. F. Trueb in der Naturwissenschaftlichen Rundschau, Mai 2016

Als „Klimaskeptiker“ hat man zumindest im deutschen Sprachraum einen schweren Stand. Zum Glück gibt es Lüdeckes Buch, das nach nur drei Jahren bereits in einer zweiten, aktualisierten Auflage erscheint; man ist also nicht allein auf weiter Flur. Zudem liefert uns der Autor mit der bewundernswerten Akribie eines Vollblut-Physikers und Hochschul-Professors stichhaltige, sauber durchgerechnete, quantitative Antworten auf jede Frage, die im Zusammenhang mit dem Thema anthropogene Treibhausgase versus Klima auftreten könnte. Und in jenen seltenen Fällen, wo dies mangels Daten bzw. Wissen nicht möglich ist, sagt er es ganz offen. Damit lässt sich jeder „Klimagläubige“ in die Flucht schlagen, der Physik durch Politik und – noch schlimmer – durch pseudo-religiöse Dogmen ersetzt. Kommen wir zu den grundlegenden und unbestrittenen Fakten: Weltweit werden jährlich 5 Milliarden Tonnen Kohle, 3 Milliarden Tonnen Erdöl und 2,5 Milliarden Tonnen Erdgas verbrannt. Dabei entstehen (grob approximiert) insgesamt um 34 Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Davon werden 55% von den Ozeanen und der photosynthetisierenden Biosphäre aufgenommen. Mit dem Rest wurde der CO2-Gehalt der Atmosphäre vom vorindustriellen Wert von 280 ppmv (0,028%) auf heute 400 ppmv (0,04%) angehoben. Zudem ist Kohlendioxid ein Treibhausgas, das von der Erde reflektierte Wärmestrahlung absorbiert und teilweise zur Erdoberfläche zurückstrahlt. Die Konsequenz ist eine Erwärmung in gewissen Klimazonen, obwohl wir uns seit Ende der 1990er Jahre wieder in einer generellen Abkühlungsphase befinden. Wie groß diese Erwärmung ist, wird von dem Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) ganz unterschiedlich beurteilt, je nach dem, ob er sich an Naturwissenschaftler bzw. Politiker wendet. Dazu kommt, dass „Klima“ eine außerordentlich komplexe, von einer Vielzahl natürlich schwankender Parameter abhängige statistische Erscheinung ist. Diese Schwankungen (die vermutlich der variablen Sonne zuzuschreiben sind) können sehr tiefgreifende Konsequenzen haben.

 

So war zum Beispiel das Schweizer Mittelland vor ca. 10 000 Jahren von einem 3000 Meter dicken Eispanzer bedeckt – ganz ohne anthropogenes Dazutun. Im 12. Jahrhundert gab es eine lange Warmzeit, mit großen Ernte-Überschüssen und allgemeiner Prosperität. Mit dem von der Kirche eingezogenen Geld wurde der Bau der gotischen Kathedralen Frankreichs finanziert – vollkommen nutzlose, aber überirdisch schöne Bauten. Andererseits herrschte in Europa beim Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit eine „kleine Eiszeit“, dank der niederländische Kanäle und Grachten zum winterlichen Schlittschuhläufer-Paradies wurden. Parallel dazu gab es miserable Ernten sowie weit verbreitete Hungersnöte und Seuchen.

 

Das Klima schrieb auch Weltgeschichte: Nach einer dekadelangen Warmzeit besiegten außergewöhnlich früh einsetzende, besonders strenge Winter Napoleon in Moskau und Hitler noch vor Moskau. Nach Lüdecke übertreffen sogar die kurzfristigen naturgegebenen Klimaschwankungen allfällige anthropogen verursachte Änderungen um eine Größenordnung: Sie gehen im statistischen Rauschen unter. Anhand zahlreicher Beispiele und gesicherter Statistiken zeigt der Autor, dass konstantes Klima unmöglich und der Begriff „Klimaschutz“ sinnlos ist. Es gibt auch keine gesicherten Erkenntnisse, dass die Zahl der extremen Wetterlagen zunimmt. Was zunimmt, ist die Bevölkerung – jedes Jahr um über 80 Millionen –, so dass von jeder Naturkatastrophe mehr Menschen betroffen sind. Dass man das Klima auf eine bestimmte Wunschtemperatur einstellen könnte, ist eine eher lächerliche Illusion. Deutschland ist am weltweiten CO2-Ausstoss mit gerade 2,5% beteiligt, die totale Elimination diese Immissionen hätte selbst bei einem „Worst case“-Szenario nur einen vernachlässigbaren Einfluss auf das globale Klimageschehen.

 

Vollends der Lächerlichkeit gibt sich die Schweiz preis, sie generiert nämlich ganze 0,15% des weltweiten CO2. Und doch wiederholen die dortigen Medien praktisch einhellig mit dem Brustton der Überzeugung, dass milliardenschwere Investitionen in teils sinnlose, teils sogar kontraproduktive Projekte zum Schutz des Klimas und zum Überleben der Menschheit unabdingbar sind. Zugegeben: Von den fossilen Energieträgern müssen wir uns längerfristig verabschieden, vor allem von der die Umwelt (und nur marginal das Klima) wirklich schädigenden Kohle. Vorderhand hat jedoch gerade dieser schmutzige, aber preiswerte und leicht gewinnbare Energieträger Hochkonjunktur: In China wird jede Woche das Äquivalent eines neuen 1000 MWe-Kohlekraftwerks in Betrieb genommen, Indien eifert dem nach. Damit wird der Energiehunger einer weiterhin rasch wachsenden Menschheit gestillt, auf Kosten der Lebensqualität in den im Smog erstickenden asiatischen Großstädten.

 

Man wird den Verdacht nicht los, dass die „Klimahysterie“ von gewissen politischen Kreisen in die Welt gesetzt wurde, um Macht über die Menschen zu gewinnen. Man geht nach dem bewährten Rezept der Religionen vor, ein schlechtes Gewissen zu erzeugen und dann gleich die Lösung anzubieten: Ablasszahlungen, neuerdings in der Form Tausender, die Landschaft verschandelnder Windturbinen sowie hoffnungslos unwirtschaftlicher Photovoltaik- und Biogasanlagen. In Deutschland ist die Situation besonders dramatisch, weil man den langfristig sicher notwendigen Übergang zu nachhaltigen Energiequellen mit dem Abschalten sämtlicher Kernkraftwerke (die zu den sichersten der Welt gehören) bis 2022 kombinierte. Die Schweiz hat dies prompt nachgeäfft, lässt sich aber mit dem nuklearen Technologieverbot bis 2050 reichlich Zeit. Bis dann sind die heute grauhaarigen Politiker längst im Altenheim und die nachfolgenden Generationen haben hoffentlich bessere Ideen. Der Rest der Welt schaut diesem unsinnigen Treiben mit Verwunderung zu und baut inhärent sichere Kernkraftwerke der vierten Generation. Ohne fluktuationsfreie Grundlast kommt man nicht aus, und die können nur große, ständig laufende Kraftwerke liefern.

 

Die vom deutschen Konsumenten mit den weltweit höchsten Preisen für elektrische Energie zu bezahlenden Subventionen für Wind- und Solarstrom kommen vor allem den Nachbarstaaten zugute, die überschüssigen deutschen Strom zum Nulltarif bzw. negativen Preisen importieren können. Andererseits lassen sich aufgrund der deutschen Dumpingpreise für erneuerbare Energie sogar die längst amortisierten und optimal umweltfreundlichen Schweizer Wasserkraftwerke nicht mehr gewinnbringend betreiben. Der Preis ihrer Energie ist heute weit höher als der durch massive deutsche Subventionen total verzerrte europäische Marktpreis. Der deutsche Konsument ist trotz allem nicht unzufrieden, sonnt er sich doch in der Illusion, etwas für das Klima und die Umwelt getan zu haben. Schon Otto von Bismarck (1815-1898) hat diese Zusammenhänge trefflich erfasst: „Nichts ist schwieriger als gegen Lügen vorzugehen, die die Leute glauben wollen“.

Dr. Lucien F. Trueb, Ebmatingen-Zürich

Holger Douglas, veröffentlicht auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbands, 20. Juni 2016

"Was bleibt? Von fachnahen Naturwissenschaftlern und Klimarealisten erwartet, haben sich die IPCC Voraussagen nicht erfüllt. Etwa ab 1998 hat trotz steigender CO2-Emissionen eine neue Abkühlungsphase begonnen, die noch andauert. In einigen Jahren werden wir den Klimawandel so beurteilen wie jetzt das Waldsterben. Und wir werden bedauern, dass so viel Geld für den praktischen Umweltschutz verloren gegangen ist, weil es für einen vermeintlich notwendigen Klimaschutz gegen jede Vernunft verausgabt wurde."

Dies ist das Fazit von fast 300 Seiten wissenschaftlich exakter und mit unzähligen Quellen belegter Lektüre über »Energie und Klima Chancen, Risiken, Mythen. Horst-Joachim Lüdecke, Physikprofessor im Ruhestand, hat sich erhebliche Mühe gemacht alles Neue und Relevante zum Thema Klima, Energie und Umwelt zusammenzutragen. In Zeiten, in denen jeder Wissenschaftler ohne Begriffe »Klimawandel« und »Gefahren durch CO2« sowie natürlich »menschengemacht« auf seine Anträge schreiben muss, um Geld für seine Forschungsprojekte zu bekommen, oder in denen bis 2025 sagenhafte 400 Millionen Euro für ein windiges Kopernikus-Projekt ausgegeben werden soll, das Energiewende-Technologien erforschen und entwickeln soll - in diesen Zeiten tut es gut, nicht ideologisch gefärbte, sondern handfeste, nachprüfbare fachliche Informationen zu lesen.

Die Erstauflage war relativ schnell vergriffen. Und ein wenig ist das eingetreten, was Mitglied des Deutschen Bundestages, Arnold Vaatz, in seinem Vorwort für das Buch befürchtete: »Allerdings bin ich Realist und ahne, was kommen wird: Man wird zunächst versuchen es zu ignorieren. Aber es wird nicht fruchten, dazu ist das Buch zu souverän, zu überzeugend, zu präzise. Daher wird sich die Empörungsindustrie mit ihm befassen und es auf den medialen Index setzen.«

Das dies zutrifft, erkennt man daran, dass weder dieses Buch noch die zahlreichen weiteren kritischen Klima-/Energiebücher (stellvertretendes Beispiel "Strom ist nicht gleich Strom" von M. Limburg und Fred Müller) jemals eine kritische Besprechung in den Sachliteraturbeilagen der großen Medien (Zeitungen, TV, Radio) gefunden haben. Bücher, die gegen den ökologisch-politischen Mainstream schwimmen und beim Lesen ein wenig eigenes Mitdenken verlangen, werden von den großen Medien "nicht einmal ignoriert". Immerhin erhielt das Buch von Lüdecke eine lobende fachliche Kritik im Journal der deutschen physikalischen Gesellschaft.

Initialzündung für Lüdecke waren freiwillige Übungen seiner Studenten, in der es um gutes Vortragen mit Präsentation und korrektem Zitieren von Bildern und Quellen ging. Bei solchen Übungsvorträgen wurden von den Studenten häufig Themen im Bereich Energie und Klimawandel gewählt. Hier fiel ihm das Fehlen von ordentlichen Quellenangaben auf. Extremwetter begründeten die Studenten automatisch mit zunehmenden CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken, Industrie und Landwirtschaft. Doch Quellen dafür gab es nicht.

So machte sich Lüdecke selbst auf den Weg, stellte erstaunt fest: Es gibt bis heute keine Nachweise dafür, dass Extremwetter-Ereignisse zunehmen. Bereits historische Hochwassermarken an der alten Brücke seiner Heimatstadt Heidelberg zeigen: Die stärksten Überschwemmungen liegen weit über 100 Jahre zurück. Aber auch der Weltklimarat IPCC belegt in seinen wissenschaftlichen Berichten, die offenbar kaum gelesen werden, dass es keine statistischen Belege für zunehmende Extremwetter gibt.

Im Ruhestand hatte Lüdecke die nötige Zeit, frei von Lehrverpflichtungen oder finanziellen Interessen sich der Klimaforschung zu widmen. Resultate waren mehrere wissenschaftliche Klimaveröffentlichungen in internationalen, begutachteten Fachjournal zusammen mit Mitautoren.

Er beschreibt im ersten Teil "Energie" seines Buchs den steigenden Energiehunger der Menschheit, untersucht die Brennstoffreserven wie Kohle, Erdgas, Uran. Eines der wichtigsten Kapitel behandelt im Grunde genommen banale Grundlagen rund um Leistung, Arbeit und als wesentlichen Begriff die Energiedichte. Plastische Rechenbeispiele zeigen, was in jedem früheren Physikbuch stand: Sonne und Wind haben solch geringe Energiedichten, dass eine wirtschaftliche Nutzung vollkommen sinnlos ist.

Er beschreibt die verschiedenen Versuche, elektrische Energie zu speichern. Sein Fazit: Unter nüchternen, technischen und wirtschaftlichen Kriterien darf man diese Methode als »Vernichtungsmethode von elektrischem Strom« bezeichnen.

Mal rechnen hätte vor der absurden Energiewende gut getan. Professor Lüdecke tut es. Fazit: »Spareffekte bei Energiesparlampen sind für den Verbraucher verfehlt worden, die Preise für Wohnraumbeleuchtung haben sich vervielfacht."

Er betritt auch das »verminte Gelände« Kernenergie. Er trägt alle belegten Fakten rund um die Kernenergie, Radioaktivität und Strahlung sowie deren Wirkung auf den menschlichen Organismus zusammen. Offensichtlich stimmt nicht, dass grundsätzlich jede radioaktive Strahlung schädigt. Die Dosis macht es. Der Grund ist einleuchtend: Alle Lebewesen waren und sind seit Beginn der biologischen Evolution mehr oder weniger hohen Dosen natürlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

Erstaunlich ist, dass es keine Bilder von genetischen Spätschäden oder Verkrüppelungen an Neugeborenen gibt, die einer höheren Strahlendosis ausgesetzt waren. Jede Strahlenschädigung des komplexen Entwicklungsprozesses führt nämlich bereits zum vollständigen Abbruch der Schwangerschaft wie es in hohem Prozentsatz auch aus anderen Gründen erfolgt.

Fazit: Es stimmt etwas nicht an unseren gängigen Vorstellungen über die Wirkung der radioaktiven Strahlung auf Lebewesen. Hormesis, welche die positive biologische Reaktion auf geringe Dosen einer toxischen Substanz wie zum Beispiel niedrige Strahlendosen beschreibt, ist der Wissenschaft, nicht aber der Öffentlichkeit bekannt. So sind die Krebsraten in Weltgegenden mit natürlicher radioaktiver Umgebungsstrahlung eines Vielfaches der "verseuchten" Gebieten um Tschernobyl eher geringer als im Durchschnitt.

Lüdecke beschäftigt sich im zweiten Buchteil "Klima" ausführlich mit der Geschichte der Erdtemperaturen. Es gab schon immer Eiszeiten und Warmzeiten, in früheren Zeiten schwankten die Temperaturen noch deutlich mehr, als sie dies in unserem relativ gleich bleibendem 20. Jahrhundert tun.

Er vergleicht sehr akribisch veröffentlichte Temperaturverläufe von Stationen weltweit. Ergebnis: Die Kurven wurden "bearbeitet". Er kritisiert, dass diese "Homogenisierungen" oft nicht dokumentiert wurden und damit nicht nachvollziehbar ist. Vor allem beim GISS-Institut der NASA scheinen sie dazu zu dienen, die zahlreichen Abwärtstrends von Stationen in politisch gewünschte Aufwärtstrends umzuwandeln. Das Datenmaterial ist also in vielerlei Hinsicht verändert, man kann auch sagen geschönt worden.

Dennoch kann Lüdecke zeigen, dass Temperaturverläufe nichts mit dem stetigen Anstieg des CO2 zu tun haben. Das bedeutet: der leichte Anstieg des CO2 in der Atmosphäre hat keine nachweisbare Veränderungen der Temperatur zur Folge. Es gibt keinen messbaren Zusammenhang.

Klimawandel aber wird es immer geben, so stellt der Autor fest, »egal ob wir die Erde bevölkern sowie mit Industrie und Landwirtschaft CO2 erzeugen oder nicht«.

Er zitiert auch reizvolle Berichte von Johann Peter Hebel, die der vor 200 Jahren in seinem »Rheinischen Hausfreund« berichtete, einem Jahreskalender, der damals in nahezu jedem Haushalt lag:

»Der arme Winter von 1806 auf 1807 hat viel Verwunderung erregt und den armen Leuten wohlgetan; der und jener wird als alter Mann seinen Enkeln erzählen, dass man anno 6, als der Franzose in Polen war, zwischen Weihnacht und Neujahr Erdbeeren gegessen und Veilchen gerochen habe. Solche Zeiten sind selten, und man zählt in den alten Chroniken seit 700 Jahren 48 der gleichen Jahrgänge. 1289 war es so warm, dass die Jungfrauen um Weihnacht und am Dreikönigstag Kränze von Veilchen, Kornblumen und anderen trugen. 1420 war der Winter und das Früjahr so gelind, das im März die Bäume schon verblüheten. Im April hatte man schon zeitige Kirchen und der Weinstock blühte.«

Lüdecke verweist darauf, wie prägnant sich Schnee und Eis in der Malerei des 16. / 17. Jahrhunderts niedergeschlagen haben. Die holländischen Bilder der schlittschuhlaufende Dorfbevölkerung in der kleinen Eiszeit sind weltberühmt. In dieser Zeit muss es also sehr kalt gewesen sein.

Das Mittelalter wiederum muss dagegen beträchtlich wärmer als heute gewesen sein, ansonsten hätten die Bewohner der Burgen ihre Gemäuer nie ordentlich warm bekommen. Lüdecke weiter: »Und ob sich bei kaltem Klima eine so warmherzige Kultur wie des Minnesangs ausgebildet hätte, darf bezweifelt werden.« Die großen deutschen Flüsse wie Rhein und Donau führten im 11. und 12. Jahrhundert in den heißen Sommern kaum noch Wasser, zu Köln konnten die Einwohner den Rhein trockenen Fußes überqueren, und die Fundamente der berühmten Regensburger Steinbrücke konnten in der trockenen Donau gebaut werden.

Auch die Gletscher in den Berner Alpen waren im 13. und 14. Jahrhundert deutlich kleiner als heute, das beweist der Bevölkerungsaustausch vom Berner Oberland ins Wallis. Die Römer haben früher fast ganz Europa in Sandalen erobert, und ob der Marsch von Hannibal mit seinen Elefanten von Norden her über die Alpen nach Oberitalien hinein bei den heutigen Schnee und Gletscherverhältnissen gelungen wäre, ist sehr fraglich. Die Sahara war vor 6000 Jahren eine grüne Savanne. Klimaänderungen gibt es immer, aber keinen Beleg, dass der Mensch irgend etwas damit zu tun hat. Also auch keinen Grund für den deutschen Energiewendewahn.

Das Schlusskapitel des Buchs "Die Zechpreller" geht hart mit der mangelnden Zivilcourage der Deutschen in Wirtschaft, Medien, Schulen und Hochschulen ins Gericht. So schreibt Lüdecke:

"Der Mehltau politischer Korrektheit, des Verschweigens von nicht genehmen Fakten, ökoideologischer Belehrungen und eine an die ehemalige DDR erinnernden Klima und Energiewende Propaganda haben sich wie eine erstickende Decke über unser Land gelegt... Mit der Energiewende und dem noch unsinnigeren Klimaschutz werden mit deutscher Gründlichkeit unsere Wirtschaft, Landschaften und Natur ruiniert. Vorteile gibt es keine... Die deutsche Intelligenz in Medienredaktionen, Hochschulen und Führungsetagen von Unternehmen schweigt, duckt sich weg und versucht zu profitieren. Man fürchtet, gegen die übermächtige Ökobewegung keine Chance zu haben, weil man erkennt, wie sehr sie sich die Unterstützung einer überwältigenden Mehrheit der deutschen Medien und der Politik gesichert hat. Zum wiederholten Male in der deutschen Geschichte verweigert sich die deutsche Intelligenz dem entschiedenen Widerstand gegen Entwicklungen, deren Unheilspotential nicht zu übersehen ist. Die Gründe für das Gewährenlassen von Bewegungen mit undemokratischen Zielen waren und sind hierzulande immer die gleichen: Unterschätzung der Gefahr, Bequemlichkeit, Karriere-, Konsens- und Profitstreben. Zivilcourage ist kein deutsches Wort".

Holger Douglas

Fachzeitschrift "Welt der Fertigung", November 2018 (PDF)

Der Glaube ersetzt die Wissenschaft

KLIMA ALS ANGSTINSTRUMENT GENUTZT

 

Das Erzeugen von Ängsten ist ein höchst erfolgreiches Psychoinstrument, um Menschen gefügig zu machen. Die weitverbreitete Furcht vor der Atomkraft sowie dem Pflanzengas CO2 zeugen davon. Mit dem Buch ›Energie und Klima‹ hat Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke ein extrem lehrreiches Buch geschrieben, das mit zahlreichen Daten und Fakten zu den zwei wichtigsten Zukunftsthemen aufwartet, die über Deutschlands Überleben als Industrienation entscheiden.

Wie stets gut besuchte Vorstellungen von Spitzenmagiern zeigen, sind Menschen leicht zu manipulieren, wenn Ihnen das Wissen um die Technik hinter einem Zauberkunststück fehlt. So mancher Besucher ist während der Vorstellung überzeugt, dass wirklich übersinnliche Kräfte am Werk sind, schließlich löste sich gerade ein ganzer Lastwagen vor seinen Augen in Luft auf. Immer dann wenn dem Menschen etwas präsentiert wird, was er mit seinem Verstand nicht fassen kann, gelingt der Illusionseffekt.

 

Solange Menschen bestimmte Dinge nicht selbst nachvollziehen beziehungsweise nachprüfen können, sind sie darauf angewiesen, die Informationen des Überbringers zu glauben. Nicht anders arbeiten Religionen. Niemand kann nachprüfen, was sich vor langer Zeit zugetragen hat. Alleine der Glaube lässt Menschen hoffen, dass diesbezüglich die Wahrheit verkündet wird. Eine große Zahl von Menschen zweifelt aus Angst vor Strafe in Dies- und Jenseits den Wahrheitsgehalt der in Bibel, Thora und Koran niedergeschriebenen Aussagen nicht an.

 

Dieses erfolgreiche Beeinflussungsmodell hat nun auch die Politik für sich entdeckt, um neue Abgaben für das leere Staatssäckel zu begründen. Uninformierte Bürger bekommen Daten vorgelegt, die ihnen etwas von einer drohenden Gefahr durch das Gas CO2 suggerieren. Da diese Daten von einer angeblich wissenschaftlichen Instanz, dem IPCC, stammen, wird ihnen Glauben geschenkt. Aktuell ist daher gerade die Geburt einer Öko-Religion zu beobachten, die für alle Menschen weitreichende, negative Folgen haben wird.

 

Beim Thema ›Kernkraft‹, wurde bereits demonstriert, wohin Glaube führt. Insbesondere von den Grünen wurden Unwahrheiten zur Atomtechnik erzählt, beispielsweise, dass Strahlung von Grund auf Schädlich, daher stets zu vermeiden sei. Die Folge dieser unsäglichen Falschaussagen ist der überstürzte Ausstieg aus der Kernkraft nach dem Unglück in Fukushima.

 

Wahrheitsgemäße Information ist daher zwingend nötig, will der Bürger Aussagen von Parteien korrekt einordnen, um gegebenenfalls seine Wahlentscheidungen regelmäßig zu korrigieren. Hier kommt das Buch ›Energie und Klima‹ von Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke gerade Recht. Darin ist beispielsweise zu lesen, dass mehr als 4000 Wissenschaftler, darunter 72 Nobelpreisträger den ›Heidelberger Appell‹ unterschrieben haben. Dieser Appell war eine erste Antwort auf die Forderungen von Rio de Janeiro. Die Wissenschaftler fordern, die wissenschaftliche Ehrlichkeit in Sachen ›Klima‹ nicht dem politischen Opportunismus und einer irrationalen Ideologie zu opfern.

 

In der Wissenschaft bilden reale Messdaten die Grundlage aller Veröffentlichungen. Bei der „Klimaforschung“ ist dies hingegen völlig anders. Prof. Chris Folland vom englischen Klimaforschungszentrum ›Hadley Centre for Climate Prediction and Research‹ spricht unverblümt davon, dass Messdaten nicht maßgebend seien und sie ihre Empfehlungen mit Klimamodellen begründen. Mit dieser Aussage wird klar, dass praktisch mit Fantasiewerten gefütterte „Computerspiele“ über unser Leben und unseren Wohlstand entscheiden.

 

Das Buch von Prof. Lüdecke ist voll mit äußerst interessanten Detailinformationen, die man unbedingt kennen muss, um in Sachen Klima und Energie mitreden zu können. So wird beispielsweise klar hervorgehoben, dass der Erntefaktor von Druckwasser-Kernreaktoren bei 75 liegt, der eines Windrads gerade einmal bei 4,5 und der einer Fotovoltaikplatte bei gerade einmal 1,7. Der sachkundige Autor hebt hervor, dass alternative Energien daher mitnichten umweltfreundlich sind. Im Gegenteil!

 

Dazu kommt, dass künftig das Stromangebot extremen Mengenschwankungen unterliegen wird, was den Launen der Natur geschuldet ist. Dadurch nimmt auch die Gefahr eines Black-Outs zu, was beispielsweise bei einer roboterbestückten Fertigungsanlage teures, stundenlanges Neueinrichten, hingegen bei einem Aluminiumwerk den Totalverlust durch erstarrendes Metall bedeuten kann.

 

Die Verteufelung des wichtigen Pflanzengases CO2 ist völlig irrreal, da dieses Gas mitnichten der Grund für Temperaturschwankungen auf der Erde ist. Vielmehr verhält es sich umgekehrt: Steigt die Temperatur, so steigt in der Folge auch der CO2-Gehalt in der Luft. Die Ursache sind Ausgasungen von CO2 aus den Weltmeeren durch eine höhere Temperatur.

 

Die Politik ist nicht daran interessiert, dass die Wahrheit zum CO2 publik wird. Zu lukrativ sind die erhofften Mehreinnahmen durch neue Steuern und Abgaben. Damit dies so bleibt, erhalten offene, klimakritische Briefe an Bundeskanzlerin Merkel nicht einmal eine Eingangsbestätigung des Bundeskanzleramts, wird das realistisch geschriebene Buch ›Klimafakten‹ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe nicht neu aufgelegt und werden Moderatoren, wie Joachim Bublath, zwangsweise in den Vorruhestand versetzt, weil dieser eine klimakritische Sendung brachte. Alles Dinge, die man in einer Demokratie nie für möglich gehalten hat und die an die DDR erinnern.

 

Das extrem lesenswerte Buch ›Energie und Klima‹ glänzt sowohl mit Fachwissen als auch mit Hintergrundinformation. Nur wer weiß, dass es einmal Nilpferde am Rhein gab, dass ehemals Wald in Höhen wuchs, die heute vergletschert sind und dass während der mittelalterlichen Warmzeit weder die Malediven noch die Pazifischen Inseln überflutet wurden, der kann die Klimapolitik der Bundesregierung realistisch einschätzen: Sie ist nichts anderes als eine Religion. Der Bürger soll über ein Ablasssystem das Gefühl bekommen, etwas für das Klima zu tun. Derweil harren die wirklichen Umweltprobleme bis in alle Ewigkeit einer Lösung.

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